Schreibabys

Die gefürchteten 3-Monats Kolliken lassen das Leben mit dem Wunschkind schnell zum Albtraum werden. Kaum etwas kann Eltern mehr stressen als das Weinen ihres Babys – das hat die Natur so eingerichtet, um das Überleben der Nachkommen zu sichern. Wenn das Schreien aber durch nichts abzustellen ist, wächst bald die Verzweiflung. Ganz normal oder ist das Baby ein Schreibaby?

„Da muss man durch, nach 3 Monaten ist es vorbei!“ heißt es dann oft – ein schwacher Trost für die angespannten Nerven der Eltern.

Als Ursache für die 3-Monats Kolliken vermutet man den unreifen Darm, der erst einmal lernen muss mit Nahrung zurecht zu kommen.

Es gibt aber auch die Ansicht, dass nicht Kolliken die Ursache sind und die dabei abgehenden Blähungen lediglich durch das Strampeln der Babys bedingt sind. Möglicherweise sind auch Geburtsstress oder Anpassungsprobleme die Ursache. Tatsächlich weiß man es nicht genau.

Wenn Dein Baby mehr als 3 Stunden am Tag schreit und dies an mehr als 3 Tagen in der Woche für mehr als 3 Wochen, dann spricht man von einem Schreibaby. Dies trifft auf 10% bis 40% der Babys zu. Gerade „Erst-Eltern“ sind dann verunsichert und fragen sich, ob sie etwas falsch machen oder übersehen. Nach 3 Monaten wird es meist besser und nach 6 Monaten ist es für gewöhnlich durchgestanden.

Übliche Maßnahmen sind meist warme Kirschkernkissen und Bauchmassagen, warme Bäder für das Baby, der Fliegergriff bei dem das Baby bäuchlings auf den Unterarmen der Eltern gehalten wird, Fencheltee oder Kümmeltropfen in der Milch, Kümmelzöpfchen oder Medikamente die Luftbläschen im Darm auflösen sollen. Nicht immer bringt dies die erhoffte Linderung.

Die schwedischen Forscher Kajsa Landgren and Inger Hallström haben in einer Studie an 147 Babys nachweisen können, dass die Anwendung von Akupunktur schon in der zweiten Woche zu einer deutlichen Besserung führte. Im vergleich zur Kontrollgruppe der Babys ohne Akupunktur, weinten die behandelten Babys schon nach 2 Wochen weniger als 3 Stunden und erfüllten nicht länger die Kriterien der „Schreibabys“.

Die Forscher weisen aber darauf hin, dass vor der Anwendung von Akupunktur zunächst andere Ursachen (z.B. Kuhmilchallergie) für das Weinen ausgeschlossen werden sollten.

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